Die Forschungsprojekte BAIM und BAIMplus

Die Ziele

Die Projekte „BAIM – Barrierefreie ÖV-Information für mobilitätseingeschränkte Menschen“ und „BAIMplus – Mobilität durch Information“ entwickelten Informations- und Verbindungsauskünften im ÖPNV, die gemäß eines „Design für Alle“ für möglichst alle Bevölkerungsgruppen hilfreich sind.
Insbesondere wurden dabei die Anforderungen von Menschen mit Behinderungen, mit dauerhafter oder zeitweiser Mobilitätseinschränkung in den Mittelpunkt gestellt. Im Projekt BAIMplus wurde der Schwerpunkt der Forschungsarbeit auf Best Ager (ab 55 Jahren) und Senioren (ab 65 Jahren) gelegt.

Die Partner

Das Forschungsprojekt BAIM startete am 1.September 2005 und endete am 30. April 2008, BAIMplus wurde in der Zeit vom 1. Juli 2008 bis zum 31. Dezember 2010 durchgeführt.
Die beiden Projekte wurden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert.
Projektpartner: Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH (VBB), HaCon Ingenieursgesellschaft mbH, IVU Traffic Technologies AG, SemanticEdge GmbH und Forschungsinstitut Technologie und Behinderung der Evangelischen Stiftung Volmarstein (FTB). Die rms GmbH war als Unterauftragnehmer für den RMV tätig.

Die Projektumsetzung

Die Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH (RMV) und die Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg GmbH (VBB) haben dazu Nutzeranforderungen erforscht, Daten erhoben und Dienste erprobt.

Nutzeranforderungen

Die Anforderungen der Nutzergruppen an Informationsdienste unter besonderer Berücksichtigung von Internetdiensten, Echtzeit- und Störungsinformationen, mobilen Diensten und Sprachdiensten wurden durch Befragungen, Beobachtungen und Analysen verschiedener Quellen detailliert untersucht.
Die Zusammenarbeit mit Mobilitätseingeschränkten, Best Agern und Senioren, deren Interessenverbänden und Experten war eine wesentliche Komponente und hat die Dienstentwicklung maßgeblich beeinflusst. Dabei zeigte sich, dass der Nutzerbedarf sehr heterogen ist. Selbst bei Menschen mit ähnlichen Einschränkungen, zum Beispiel beim Gehen, gibt es unterschiedliche Fähigkeiten und Mentalitäten.
Daher muss ein Informationssystem sehr detailliert und individuell einstellbar sein, damit Nutzer sich die spezifisch relevanten Informationen suchen können, ohne mit überflüssigen Informationen überlastet zu werden. Dies stellt hohe Anforderungen an die Funktionalitäten und die Mensch-Maschine-Schnittstelle. Im RMV wird derzeit unter anderem mit Unterstützung des FTB intensiv an weiteren Optimierungen gearbeitet.

Realisierte Dienste

Die Entwicklung der Dienste und die Erhebung der benötigten Daten folgt den Anforderungen der Nutzer: Im Zentrum steht eine Suche von barrierefreien Verbindungen in den Gebieten Rhein-Main und Berlin-Brandenburg. Dabei können – in unterschiedlichen Ausprägungen für die beiden Testregionen – die Nutzer ihre persönlichen Anforderungen an die Barrierefreiheit eingeben und erhalten als Ergebnis geeignete Reiseketten.
Außerdem gibt es eine Vielzahl an Stations- und Fahrzeuginformationen mit zielgruppenspezifischen Inhalten (zum Beispiel interaktive Stationspläne) und in zielgruppenspezifischen Darstellungsarten (zum Beispiel Stationsbeschreibungen in Textform, die mittels Screenreader für blinde Menschen nutzbar sind). Die BAIM-Informationsdienste wurden für Standard-Endgeräte wie PCs oder Mobiltelefone ausgelegt.
Die aus den Forschungsprojekten hervorgegangenen Internetauskünfte (www.rmv.de/baim und www.vbb-fahrinfo.de) beauskunften die dem vorgegebenen Profil entsprechenden möglichen Reiseketten. Sie berücksichtigen in der Suche eventuelle Verspätungen und zeigen zusätzliche Verkehrsinformationen an.
Im Testbetrieb befindet sich beim RMV noch der Dienst Aufzugs-Echtzeitinformationen. Er wird zusammen mit der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) erarbeitet. Zukünftig sollen Aufzugsstörungen in der Auskunft angezeigt und ebenfalls beim Routing der Reiseketten berücksichtigt werden.
Für einen einfacheren Zugang zur RMV-Verbindungsauskunft wurden für Nutzer im personalisierten Bereich „meinRMV“ Möglichkeiten geschaffen, um Mobilitätsvorgaben, Orte und Routen zu speichern. So können die individuellen Einstellungen jederzeit wieder verwendet werden.
Die Internetauskunft des RMV wurde für mobile Endgeräte angepasst und ist unter http://www.rmv.de/baim/bin/jp/query.exe/dox?L=vs_rmv.vs_baimprofile nutzbar.

Daten

Es wurden Verfahren entwickelt, mit denen eine umfangreiche Datenversorgung auch unter ökonomischen Gesichtspunkten möglich ist.
Der Aufbau und die Erweiterung der Datenbasis kann schrittweise erfolgen. Dadurch kann zum Beispiel das ursprüngliche Testgebiet des RMV sukzessive erweitert werden.
Näher untersucht wurden auch Ansätze wie die Erfassung durch eine Community. Für die Aktualisierung ist eine Zusammenarbeit mit den Nutzern ausdrücklich gewünscht.

Erfolgreich

Die Projekte BAIM und BAIMplus sind sehr erfolgreich verlaufen:

  • In beiden Verbünden können Kunden die entsprechenden Internetauskünfte nutzen.
  • Die gesammelten Erkenntnisse stehen auch anderen Betreibern von Informationssystemen im öffentlichen Verkehr zur Verfügung, um weitere Systeme nach BAIM- und BAIMplus Gesichtspunkten effizient ausbauen zu können.
  • Die von der IVU entwickelten Datenbanklösungen sind bei weiteren Informationsanbietern, die nicht Teil des Konsortiums waren, im Einsatz.

Der Wunsch des Konsortiums geht in Erfüllung: Der „BAIM-Gedanke“ breitet sich weiter aus.

Abschlussberichte

Die Abschlussberichte sind erstellt und können über das BAIM/BAIM-plus Projektbüro bestellt werden.

Hier finden Sie die Gliederungen der Abschlussberichte:

Gliederung Abschlussbericht BAIM

Gliederung Abschlussbericht BAIM plus