(((eSIM 2020 - Be-In/Be-Out-Verfahren im öffentlichen Nahverkehr

Fahrzeugscharfe Fahrtenbildung durch die Raumerfassung der Fahrgäste (Ausbauvariante 3b des VDV-KA Standards) unter Verwendung von Mobiltelefonen als Nutzermedium – EFM-Systemintegration und -migration für den Zielhorizont 2020

Ausgangssituation

Vorwiegendes Ziel des eTickets ist es, den Zugang zum ÖPNV für Kunden attraktiver zu gestalten und im Vergleich zum konventionellen Papierfahrschein zu vereinfachen. Mit den bisher umgesetzten Projekten im eTicket Deutschland ist der ÖPNV diesem Ziel einen großen Schritt näher gekommen. Die höchste Komfortstufe des eTickets, die automatische Raumerfassung (VDV KA Stufe 3b: BeIn-BeOut-System), ist bisher aber noch nicht im Massenbetrieb umgesetzt worden. Im Projekt (((eSIM 2020 wird die Anwendung eines BeIn-BeOut-Systems auf Basis der WLAN-Funktion von Mobiltelefonen untersucht und prototypisch umgesetzt.
Eine automatische Raumerfassung der Fahrgäste ohne aktive Handlungen bei Aus- und Einstieg ist nötig, da in Deutschland kontrollierte Zugangssysteme zum ÖPNV in Form von Schranken oder Drehkreuze zur Zeit keine Akzeptanz finden. Im Zuge einer Raumerfassung kann die durch den Fahrgast in Anspruch genommene Leistung in Bezug zu benutzten Haltestellen und Fahrzeugen (fahrzeugscharfe Fahrtenbildung) genau erfasst werden. Diese Information bildet die Grundlage für eTarife, die eine nutzungsabhängige Preisberechnung ermöglichen.

Vorgehensweise

Für den Zeithorizont 2020 werden technische und technologische Grundlagen für eine Systemlösung zur fahrzeugscharfen Fahrtenbildung mit Raumerfassung der Fahrgäste (Ausbauvariante 3b des VDV-KA Standards) unter Verwendung von Mobiltelefonen als Nutzermedium erarbeitet. Die Machbarkeit der erarbeiteten Lösungen wird mit einem Technologiedemonstrator sowie mit einem Pilotversuch unter Praxisbedingungen verifiziert. Als Grundlage für die Praxiseinführung werden Migrationsszenarien ausgehend von dem bestehenden In-Out-Systems Touch&Travel hin zu einem BeIn-BeOut-System mit automatischer Raumerfassung der Fahrgäste entwickelt.
Das Vorhaben bereitet als einziges in Deutschland ein elektronisches Fahrgeldmanagement in Form eines BeIn-BeOut-Systems vor. Es ist damit von einzigartiger Bedeutung zur Praxisumsetzung dieser höchsten Komfortstufe für die Nutzung des ÖPNV.

Leistungen

Die Rhein-Main-Verkehrsverbund Servicegesellschaft mbH ist Konsortialpartner und bringt sich vor allem in den folgenden Bereichen ein:

  • Definition betrieblicher & technischer Anforderungen an ein Raumerfassungssystem
  • Spezifikation von Nutzerschnittstellen
  • Erarbeitung von Entwürfen zur Fortschreibung der VDV-KA Spezifikation
  • Durchführung von Marktanalysen zur Abschätzung der Akzeptanz des entwickelten Raumerfassungssystems
  • Projektmanagement

Projektorganisation

Auftraggeber:
Bundesministerium für Wirtschaft

Bearbeitungszeitraum:
Juni 2013 bis Juni 2016

Partner:

  • Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV)
  • Rhein-Main-Verkehrsverbund Servicegesellschaft
  • Deutsche Bahn AG (DB)
  • ViP Verkehrsbetriebe Potsdam
  • Cubic
  • Söllner Consult
  • Scheidt & Bachmann (SB)