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Mobilitäts-Talk „Rhein-Main-Spree“: Gemeinsam den ÖPNV voranbringen

Den ÖPNV gemeinsam einfacher, verlässlicher und effizienter machen: Beim Mobilitäts-Talk „Rhein-Main-Spree“ diskutierten RMV, rms und Mobilligence am 22. September in Berlin über digitale Innovationen, Cybersicherheit und autonome Mobilität. Impulse lieferte Dr. Stefan Carsten, der anschließend mit Carmen Maria Parrino, Prof. Dr. Alexander Pischon und Prof. Knut Ringat auf dem Podium diskutierte. Die Moderation übernahm Jörg Puzicha.


Ein ÖPNV, der auch bei Störungen funktioniert

Zum Auftakt machte Dr. Carsten deutlich, wie eng digitale Systeme im ÖPNV miteinander verbunden sind. Leitstellen, Fahrzeuge, IT und externe Dienstleister müssen zusammenspielen – und damit wächst die Bedeutung der Cybersicherheit. Aus seiner Sicht reicht es nicht, Angriffe verhindern zu wollen: Die Branche muss vorbereiten, wie Fahrzeuge und wichtige Systeme im Störungsfall weiterbetrieben und Fahrgäste informiert werden können.

Beim autonomen Fahren verwies Carsten auf die rasante Entwicklung internationaler Robotaxi-Angebote. Für den ÖPNV sieht er die Chance, das bestehende Netz durch neue, flexible Verkehre zu ergänzen. Zugleich stellt sich die Frage, welche Rolle Verkehrsunternehmen und -verbünde einnehmen, wenn neue Anbieter direkt um Fahrgäste werben. Carsten plädierte dafür, autonome Angebote frühzeitig als Teil eines integrierten Mobilitätssystems zu gestalten.

Maßstab dafür müsse die Erfahrung der Fahrgäste sein: Sie wollen eine passende Verbindung finden, unkompliziert bezahlen und sich auf Auskünfte verlassen können. Für sie dürfe es keine Hürde sein, wie viele Systeme und Zuständigkeiten im Hintergrund beteiligt sind.


Gemeinsame Lösungen für Vertrieb und Finanzierung

In der von Jörg Puzicha moderierten Podiumsdiskussion rückte zunächst die Finanzierung in den Fokus. Prof. Knut Ringat sprach sich dafür aus, vorhandene Mittel stärker zu priorisieren, Prozesse zu vereinfachen und Einsparpotenziale im System für künftige Investitionen zu nutzen. Prof. Dr. Alexander Pischon ergänzte, dass auch die politische Verteilung öffentlicher Mittel diskutiert werden müsse – der ÖPNV sei Teil der Daseinsvorsorge.

Was Zusammenarbeit bewirken kann, zeigte die Debatte über den Vertrieb. Carmen Maria Parrino beschrieb die große Zahl unterschiedlicher Automaten, Oberflächen und technischer Lösungen. Obwohl Fahrgäste vor allem einfach ein Ticket kaufen wollen, müssen sie sich häufig erst mit örtlichen Tarifen und Bedienwegen auseinandersetzen. Parrino warb dafür, Angebote konsequenter aus Kundensicht zu entwickeln und gemeinsame Lösungen stärker zu nutzen.

Auch das Deutschlandticket kam zur Sprache. Hinter dem bundesweit einfachen Produkt stehen weiterhin unterschiedliche Regeln und aufwändige Prozesse, etwa bei Mitnahmebedingungen und Einnahmeaufteilung. Die Diskussion zeigte: Gemeinsame Standards brauchen klare Verantwortlichkeiten und Entscheidungen, die auch umgesetzt werden.


KI dort einsetzen, wo sie hilft

Das Podium richtete den Blick auf konkrete Anwendungen: Künstliche Intelligenz kann Abläufe unterstützen, Auffälligkeiten in digitalen Systemen erkennen und Informationen für Fahrgäste verständlicher machen. Parrino nannte Sprachbarrieren im Kundenservice als Beispiel dafür, wie neue Werkzeuge die Beschäftigten unterstützen könnten.

Die Beteiligten betonten zugleich, dass Technik einen klaren Zweck erfüllen muss. Dafür braucht es geregelte Prozesse, Verantwortlichkeiten und die Einbindung der Mitarbeitenden. Entscheidend ist, ob der Einsatz im Betrieb und für die Fahrgäste tatsächlich eine Verbesserung bringt.

Zum Abschluss blickte die Runde auf den ÖPNV der kommenden Jahre: Bus und Bahn bleiben das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs; autonome Dienste können das Angebot ergänzen. Für Investitionen und neue Lösungen braucht die Branche ein gemeinsames Zielbild. Der rote Faden des Abends: Viele Ideen sind vorhanden – damit daraus ein einfacher und verlässlicher ÖPNV wird, müssen Verbünde, Verkehrsunternehmen und weitere Partner sie gemeinsam umsetzen.